Genuss

Genuss bedeutet, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf eine Wahrnehmung unserer Sinne richten, die schön ist. Das kann der Anblick einer idyllischen Landschaft sein, eine angenehme Brise auf der Haut oder ein süß-saftiger Apfel in unserem Mund. Auch wenn wir in einer schnelllebigen Welt leben, lässt sich Genuss erlernen. Eva Koppenhöfer hat mit der „Kleinen Schule des Genießens" sieben Genussregeln aufgestellt, die in der Verhaltenstherapie eingesetzt werden, um ein gesundes Handeln aufzubauen und positive Erlebnisse zu erfahren. Hier stellen wir euch diese Regeln vor.

 

Die 7 Genussregeln

1. Genuss braucht Zeit

Foto: samrit  - stock.adobe.com
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Genuss ist ein emotionaler Zustand. Damit ihr ihn erreichen könnt, braucht ihr Zeit. Also nehmt euch Zeit für euer Essen. Auf dem Weg durch die Stadt schnell ein Brötchen essen – das ist kein Genuss. Wenn ihr euch etwas zu essen gönnt, gönnt euch auch die Zeit dafür.

 

2. Genuss muss erlaubt sein

Foto: radyo  - stock.adobe.com
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Um sich diese Zeit gönnen zu können, müssen vorher Barrieren und Verbote abgeschafft werden.
Alte Glaubenssätze, die Genuss verbieten, müssen dafür weichen.

 

3. Genuss geht nicht nebenbei

Foto: Robert Kneschke  - stock.adobe.com
Foto: Robert Kneschke - stock.adobe.com

Es ist nur möglich eine Sache auf einmal zu genießen. Gleichzeitig essen und die Lieblingsserie schauen führt meistens dazu, dass wir uns mehr auf die Serie als auf das Essen konzentrieren. Mit jeder spannenden Szene kann ein spannender Genuss verloren gehen.

 

4. Weniger ist mehr

Foto: famveldman  - stock.adobe.com
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Wenn wir immer alles zur Verfügung haben, ist nichts mehr besonders. Umgekehrt erleben wir es jedes Jahr in unserer Ernährung: Plötzlich gibt es wieder frische Erdbeeren und Spargel. Dann genießen wir sie so oft es geht. Gäbe es sie immer, wäre das Besondere verflogen. Geht mit den Jahreszeiten, das führt zum Genuss und ist gut fürs Klima. Das gilt auch für Süßigkeiten: Ab und zu, in kleinen Mengen, absolut ok und ein Genuss.

 

 

5. Aussuchen was guttut

Foto: SolisImages  - stock.adobe.com
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Wie so vieles im Leben ist auch Genuss Geschmackssache. Nicht jede*r mag jedes Lebensmittel. Findet eure individuellen Genüsse heraus und kostet die Momente aus. Aber seid auch offen für Neues: Jede*r von uns weiß von Lebensmitteln, die sie*er noch nie gegessen hat. Kundschaftet die Supermärkte aus und macht mit Freunden eine Genussreise mit Lebensmitteln, die ihr noch nicht kennt.

 

6. Ohne Erfahrung kein Genuss

Foto: nito - stock.adobe.com
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Je besser wir Lebensmittel kennen, desto besser können wir sie genießen. Haben wir zum Beispiel erst eine Apfelsorte in unserem Leben gegessen, haben wir keinen geschmacklichen Vergleich. Kennen wir aber süße, saure und süß-saure Sorten, können wir jede einzelne unterscheiden und für sich genießen.

 

7. Genuss ist alltäglich

Foto: contrastwerkstatt  - stock.adobe.com
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Genuss liegt nicht nur im Besonderen, sondern kann in fast allen Situationen unseres Lebens enthalten sein. Dafür müssen wir das Gewohnte zum Außerordentlichen machen. Der Geruch von frisch gemahlenem Kaffee, die süße Frische einer saftigen Erdbeere oder das fluffige, leicht herzhafte Kartoffelpüree – alles Genüsse, die in unserem Alltag stecken.

 


In der ersten Ausgabe der Kompass Ernährung 2018 haben unser Projektmitarbeiter Kai Kattelmann und die ehemalige Projektmitarbeiterin Anja Heinrich ein kurzes Interview zum Thema „Genuss“ gegeben. Hier könnt ihr euch das Heft gratis runterladen.