Kriterium

Ballaststoffe

Ballaststoffe findet man ausschließlich in der Welt der pflanzlichen Lebensmittel. Der Inhaltsstoff mit gesundheitsförderlichen Wirkungen hat auch in unserem Kriterienkatalog seinen eigenen Platz. Was Ballaststoffe eigentlich genau sind, wo du sie finden kannst und welche Wirkung sie in deinem Körper haben, das erfährst du hier!

 

Löslich oder unlöslich -  das ist hier die Frage

Generell werden Ballaststoffe als nicht verdauliche Nahrungsbestandteile definiert. Sie lassen sich in lösliche und unlösliche Ballaststoffe einteilen.

 

 

Lösliche Ballaststoffe: Wasserlösliche Ballaststoffe weisen ein hohes Gelbildungsvermögen auf, weshalb sie oft in der Industrie eingesetzt werden, z.B. für die Herstellung von Marmeladen.

 

Unlösliche Ballaststoffe: Dem entgegen haben wasserunlösliche Ballaststoffe ein hohes Quellvermögen und eine hohe Wasserbindungskapazität.

 

 

Definitiv kein lästiger Ballast

Der übergeordnete Begriff für unsere pflanzlichen Kollegen ist vielleicht etwas unglücklich gewählt, denn während das Wort Ballast für etwas mit geringem Wert verwendet wird, sind die Ballaststoffe definitiv nicht wertlos, sondern von hohem Nutzen, weshalb sie oft auch als Nahrungsfasern bezeichnet werden.

 

Durch das Aufquellen der unlöslichen Ballaststoffe während der Verdauung, wird unser Speisebrei dickflüssiger, das führt zu einer Verbesserung der Sättigung. Unterstützt wird dies durch die verlangsamte Magenentleerung, die durch die Ballaststoffe ausgelöst wird und so zu einer längeren Sättigung führt. Zudem wird durch das Aufquellen unsere Darmaktivität angeregt. Außerdem steigt der Blutzucker langsamer und erreicht nicht so hohe Werte, wie bei einer ballaststoffarmen Ernährung.

 

Doch das war noch nicht alles. Ballaststoffe binden Gallensäure, die wir für unsere Fett-Verdauung brauchen. Das klingt jetzt erstmal schlecht, ist aber positiv, denn das Ganze beeinträchtigt nicht die Wirkung der Gallensäure, ermöglicht aber, dass diese mit ausgeschieden wird. Und jetzt kommt der Clou: Unser Körper muss nun neue Gallensäure produzieren und braucht dafür Cholesterin. Das Cholesterin bekommt er aus unserem Blut, wodurch unser Cholesterinspiegel sinkt.

 

Außerdem bieten Ballaststoffe die Lebensgrundlage für gute Bakterien unserer Darmflora.

 

Bild: bondarillia – stock.adobe.com
Bild: bondarillia – stock.adobe.com

Aber wo sind diese Ballaststoffe denn eigentlich zu finden?

 

In pflanzlichen Lebensmitteln. Besonders viele Ballaststoffe verstecken sich in Vollkornprodukten wie Nudeln, Brot oder Reis, aber auch in Gemüse, Obst und Kartoffeln. Die unlöslichen Ballaststoffe finden sich hauptsächlich in Vollkornprodukten, die löslichen vor allem in Gemüse, Obst und Kartoffeln.

 

Hier findest du mehr Informationen zum Thema Ballaststoffe.
 

Agar-Agar, Pektin oder Johannesbrotkernmehl – Was hat das in meinem Essen zu suchen?

 

Der ein oder andere hat bestimmt schon mal in der Zutatenliste von Lebensmitteln Namen wie Agar-Agar, Pektin oder Johannisbrotkernmehl gelesen. Das sind ebenfalls Ballaststoffe, deren Eigenschaften sich die Lebensmittelindustrie zunutze macht. Mit ihnen wird zum Beispiel die Konsistenz eines Produktes verändert oder stabilisiert. So bleiben die Fruchtstücke in einem Fruchtjoghurt in der Schwebe, egal wie lange er im Regal steht.

 

Ballaststoffe – gut für unseren Körper und praktische Helferchen für die Industrie. Und weil sie uns bei so vielen Dingen in unserem Körper helfen, muss jedes Rezept, das von uns ausgezeichnet werden will, mindestens 14 g/1000 kcal enthalten.


Weitere Informationen zum Thema Ballaststoffe findest du bei der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.